Neues aus der Welt des Bauens und Wohnens

Anpfiff für das eigene Zuhause

erschienen am 6/8/2018

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Mirjam Mohr, Vorstand Privatkundengeschäft der Interhyp AG

"Mit Blick auf den bevorstehenden Start der Fußball-Weltmeisterschaft und die Diskussionen um die richtige Aufstellung und Strategie, muss ich daran denken, wie sinnvoll ein strategisches Vorgehen in allen Lebensbereichen ist – auch bei der Finanzierung des eigenen Zuhauses. Wer jetzt eine Immobilie bauen oder kaufen will, kann sich über günstige Finanzierungsbedingungen freuen. Die Ausgangslage für eine Kreditaufnahme hat sich infolge der Entwicklungen in Italien in den letzten Wochen sogar noch etwas verbessert. Die Unsicherheit hat die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, die als sicherer Hafen gelten, im Mai angekurbelt – sodass deren Renditen gefallen sind. Die Zinsen für Immobiliendarlehen sind in der Folge ebenfalls gesunken, auf unter 1,5 Prozent für zehnjährige Darlehen. Unserer Expertenbefragung zufolge sind aber, je nach weiterer Entwicklung, Schwankungen nach oben und unten möglich. Langfristig gehen die meisten Zinsexperten von einem steigenden Trend aus.

Für die Finanzierungsstrategie raten wir daher, zumindest bei Tilgung und Zinsbindung in die Offensive zu gehen. Wer höher tilgt und lange Zinsbindungen wählt, geht im aktuellen Zinsumfeld auf Nummer sicher und gelangt planbarer und schneller ans Ziel. Defensiv sollten Kreditnehmer hingegen bei der Kreditsumme vorgehen. Hier erlaubt das augenblickliche Konditionsumfeld zwar durchaus höhere Darlehenssummen. Allerdings sollten Sie sich auch nicht übernehmen. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Fußball-WM – und natürlich auf dem Weg ins eigene Zuhause."

Zins- und Marktumfeld

Ob Italienkrise, Israel-Konflikt, Strafzollstreit oder Währungsturbulenzen in der Türkei: An den Märkten geht es unruhig zu. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Zinspolitik der beiden wichtigen Notenbanken Fed und EZB. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am 14. Juni den Leitzins nicht erhöht. Gleichfalls bleibt abzuwarten, ob und wie sie sich zu ihrem monatlichen Ankauf von Staatsanleihen in Höhe von 30 Milliarden Euro über September hinaus positionieren wird. An der zurückhaltenden Rhetorik und wahrscheinlich ausbleibenden Aktionen wird sich vorerst nicht viel ändern. Auch wenn die Inflation in der Eurozone jetzt mit 1,9 Prozent deutlich angezogen hat und damit im Zielbereich der EZB liegt, ist die Konjunkturerholung in Europa nicht nachhaltig genug. Ökonomen führen den Preisauftrieb auch vor allem auf die höheren Ölpreise zurück.

Mit Spannung zu erwarten ist die Sitzung der amerikanischen Notenbank Fed kurz vor dem EZB-Entscheid. Wie werden sich die Währungshüter der Fed zur Geldpolitik äußern? Viele Marktbeobachter erwarten eine weitere Leitzinserhöhung im Juni. Manche Stimmen im Markt, wie die von Deutsche Bank-Chefvolkswirt Peter Hooper, halten es mit Blick auf die hohe Inflation in den USA, die Beschäftigungsquote und das Wirtschaftswachstum sogar für möglich, dass die USA die Zinsen in einem schnelleren Tempo erhöhen werden als bisher gedacht.

Von der Konsequenz, mit der die Notenbanken den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik weiter vorantreiben, wird es letztlich abhängen, wann das Zinsniveau hierzulande nachhaltig ansteigt. Die von uns befragten Experten gehen in der Mehrzahl zumindest langfristig, also in einem halben bis einem Jahr, von einem moderaten Anstieg aus.

Der Interhyp-Expertenrat

Die Immobilienfinanzierung braucht eine gute Strategie und entsprechende Vorbereitung. Wer den Weg in die eigenen vier Wände sucht, sollte sich unabhängig von der Zinsentwicklung zunächst fragen: Mit welcher monatlichen Mietbelastung fühle ich mich wohl und wie viel Geld könnte für eine monatliche Kreditbelastung bereitgestellt werden? Wer bisher 1.000 Euro Kaltmiete gut stemmen und noch Rücklagen bilden konnte, wird eine Kreditrate in dieser Größenordnung sehr wahrscheinlich auch künftig schultern können. Zur Vorbereitung zählt unbedingt auch eine frühzeitige Beratung. Kalkulieren Sie Ihre Immobilienfinanzierung anhand eines konkreten Objektes mit einem Finanzierungsberater. Gemeinsam können Sie verschiedene Szenarien durchspielen. Wir können Ihnen, nach einer genauen Analyse, auch eine schriftliche Einschätzung dazu geben, welche Finanzierungssumme wir in Ihrem Fall für machbar halten. Eine solche Einschätzung ist zwar kein Kreditentscheid. Aufgrund der Erfahrung der Berater von Interhyp als Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen ist die Einschätzung der Finanzierbarkeit in der Regel jedoch sehr valide – und kann Ihre Position im Gespräch mit Verkäufer oder Makler verbessern.

Kurzfristig, also auf Sicht von Wochen, ist das Bild uneinheitlich, je nach Einschätzung der möglichen Entwicklungen auf den Finanzmärkten: Etliche Experten erwarten eher gleichbleibende Zinsen – allerdings gehen einige auch von steigen-den oder fallenden Zinsen aus. Längerfristig, auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten, ist das Bild einheitlicher: Hier sieht die Mehrheit leicht steigende Konditionen voraus

Im Detail: Die Aussagen der Experten im Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

Quelle: Interhyp

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