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Ursachen und Indikatoren von Setzungsschäden

erschienen am 6/1/2016

bild riss

Ursachen für ungleichmäßige Setzungen

Jede Belastung des Bauwerkes führt zur Setzung. Gleichmäßige Setzungen verursachen keine Schäden oder Risse. Bei ungleichmäßigen Setzungen kommen Risse und Schiefstörungen zum Vorschein, die nicht nur die Optik beeinträchtigen, sondern öfters die vorgesehene Nutzung einschränken und die Standfestigkeit des Objektes bedrohen. Zu den häufigsten Gründen für die Entstehung von Setzungsschäden gehören:

Rissbildungen im Putz

Risse im Putz sorgen bei Hausbesitzern für große Befürchtungen, dass das Haus nicht stabil steht und irgendwann mal einstürzt. Die an Fensterbrüstungen, Fensterstürzen und Gesimsen entstehenden Risse sind durch einen unterschiedlichen Spannungszustand bei Lastabtragung zwischen belastetem und unbelastetem Mauerwerk und Wärmedehnung hervorgerufen. An den West- und Südfassaden bilden sich infolge raschen Austrocknens beim Erhärten durch Sonneneinstrahlung Schwindrisse. Schauen Sie sich ab und zu diese Stellen an, so dass Sie rechtzeitig handeln können.

Klassifizierung der Risse

Riss ist nicht gleich Riss. Schon anhand des Verlaufs und der Form von Rissbildungen können Sie feststellen, ob Sie es mit gravierenden Schäden zu tun haben oder nicht.

Risse aus dem unmittelbaren Putzgrund

Da es eine Vielzahl an unterschiedlichen Untergründen gibt, entstehen erhebliche Unterschiede in den bauphysikalischen Eigenschaften der einzelnen Untergründe. Wassergehalt, Saugfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Festigkeit wirken sich auf das Verhalten des Putzgrunds aus. Risse aus dem unmittelbaren Putzgrund kommen zustande bei:

Konstruktionsbedingte Risse

Lastunabhängige Verformungen und äußere Lasten führen zu konstruktionsbedingten Rissen. Sie können im sowohl im aufgetragenen Putz als auch nach dem Verputzen entstehen, weil die Bauteile ständigen Bewegungen ausgesetzt sind. Als konstruktionsbedingte Risse zählen:

Sackrisse

Sackrisse verlaufen überwiegend horizontal und sind ca. 10-20 cm lang. Sie entstehen im noch nicht ausgehärteten Mörtel. Sie treten dort auf, wo:

Schwindrisse

Als Schwindrisse bezeichnet man netzförmige Risse mit einem sog. Knotenabstand von ca. 20 cm. Die Entstehung dieser Risse erfolgt in der Regel ein paar Stunden nach dem Auftragen des Putzmörtels. Schwindrisse lassen sich verhindern, wenn der Putz richtig nachbehandelt wird.

Fettrisse

Sie gehören zu einer besonderen Form der Schwindrisse und erscheinen als kurze Haarrisse. Fettrisse befinden sich nur an der Putzoberfläche und verfügen über geglättete oder sehr feine Strukturen. Diese Risse bilden sich in den meisten Fällen in den ersten zwei Tagen nach Auftragen des Putzes. Wenn sie nur vereinzelt im Oberputz vorhanden sind, dann stellt das keine Beeinträchtigung dar.

Kerbrisse

Sie gehen meist diagonal von eckigen Putz- oder Maueröffnungen aus. Kerbrisse entstehen wegen Spannungskonzentrationen in den Ecken der Mauer- oder Putzöffnungen oder im Putzgrund.

Fugenrisse

Wenn Sie ein regelmäßiges Rissbild an Ihrer Wand erkennen, liegt in diesem Fall ein Fugenriss vor. Fugenrisse bilden sich sehr oft vertikal von Stoßfuge zu Stoßfuge. Die Ursachen für die Entstehung von Fugenrissen liegen in mangelhaftem Mauermörtel, feuchtem Mauerwerk und in der Verarbeitung des Putzes.

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